wanderbar.bayern • Impressionen aus Bayern und anderen Paradiesen

Sage mir, wo du gehst und ich sage dir, wer du bist.

 

"Wer unterwegs ist, dem liegt die Welt zu Füßen." (Isabelle Eberhardt, 1877 - 1904)

 

"Ich für meinen Teil reise nicht, um irgendwohin zu gelangen, sondern um zu reisen. Ich reise des Reisens wegen. Das große Abenteuer ist es, unterwegs zu sein, die Notwendigkeiten und Hindernisse unserer Existenz unmittelbar zu spüren, dieses bequeme Federbett der Zivilisation zu verlassen und festzustellen, dass der Boden unter den Füßen aus Granit besteht und mit scharfen Kies"Wieln bestreut ist." (Robert Louis Stevenson, 1850 - 1894)

 

"Wenn der Körper in Bewegung ist, sollte das Gesicht unbewegt sein." (Honoré de Balzac, "Theorie des Gehens", S. 138)

 

"Unsere Gewohnheit ist, im Freien zu denken, gehend, springend, steigend, tanzend, am liebsten auf einsamen Bergen und dicht am Meere, da wo selbst di Wege nachdenklicher werden." (Friedrich Nietzsche, 1844 - 1900)

 

"Das Wandern ist ein Prozess der Erkenntnis und der Erleuchtung."
"Manchmal, am Ende eines langen Marsches, noch nicht ganz am Ziel, aber das Ziel im Blick, in jenem Moment, wo klar wird, dass man es erreichen wird, stürmt die Welt gewissermaßen in unseren Körper hinein. Das Gefühl ist so überwältigend, dass es sich nicht in Worte fassen lässt."
"Fürs Reisen braucht es keine Gründe." (Nicolas Bouvier, 1929 - 1998)

 

"Ein Hirn kann letztlich auch nichts anderes als motorischen Output. In diese Sinne ist das Gehirn entstanden, damit wir uns bewegen können."
"Was der überwältigende Teil der empirischen Untersuchungen aber zeigt, ist, dass erstaunlich wenig zusätzliche Aktivität schon sehr viel hilft, woraus man folgern kann, dass regelmäßiges Gehen unbedingt etwas bringt." (Gerd Kempermann, *1965)

 

"Die Erfahrung der Wälder ist dazu da, den sozialen Lack abzubeizen, um kehrtzumachen zu einem verlorenen Ursprung."

"[Es geht vor allem darum,] sich durch die beruhigende Monotonie der wiederholenden Schritte hindurch gegenwärtig zu fühlen, bereit für sich selbst, für die Welt - vielleicht für die anderen -, und darüber hinaus geht es darum, sich für die Gegenwärtigkeit selbst bereitzuhalten.

"Im Alltag ist man jemand mit einem Namen, einer Geschichte, doch wenn man wandert, liegt das Interesse darin, keine Geschichte mehr zu haben, eben nur ein wandernder Körper zu sein, [...] nur ein uralter Lebensstrom."

"Dem Wanderer bedeuten Resultate und Zahlen wenig, und Wettkampf interessiert ihn nicht, das unterscheidet zweifellos das Wander am deutlichsten vom Sport. Es gibt kein Interesse, schneller als jemand anderes zu wandern. Wonach man beim Wandern sucht, sind Emotionen, die sich vertiefen, wenn sie geteilt werden. Man wandert, um den Taumel der Langsamkeit zu verspüren."

"Das einsame Wander ist wirklich eine Erfahrung der Zerbrechlichkeit und manchmal des Wahnsinns, die einen gewissen Mut erfordert.
"Schließlich gibt es das dritte Stadium, in dem die großen Wanderer versucht sich, bis zum Ende ihrer selbst zu gehen, nach Erschöpfung zu suchen und den Moment zu erreichen, in dem man nur noch ein wandernder Leib ist. Diese Erfahrung bringt ihr Quantum Rausch [...]"
(Frédéric Gros, *1965)

 

"Wer wandert, der wird selbst zur Landschaft, er wird Wolke oder Fluss." (Hans Jürgen von der Wense, "Wanderjahre")

 

"Das Gehen, so wie ich es im Allgemeinen praktiziere, ist ein entdeckendes Gehen. Je nackter man ist, das heißt ohne nutzlose Objekte, desto besser öffnet man sich jeder Eventualität. Nicht das, was man beim Gehen mit sich führt, ist von Bedeutung, weil das Mitgebrachte, sogar der Abfall, bei einem bleibt. Man muss so wenig wie möglich mitnehmen, um bereit zu sein, das Meistmögliche zu empfangen."

"Eine Idee kommt nicht zwangsläufig beim Gehen, sie kommt, wann sie will. Doch sie kommt aus einer anderen Welt, mit der man durch das Gehen in Kontakt treten kann."
"Es heißt, Beethoven habe seine Pastoralen von seinen Spaziergängen heimgebracht."
"Der Körper desjenigen, der von seinem Computer sitzen bleibt, beginnt verloren zu gehen, er wird abwesend. Doch sobald man sich erhebt und losläuft, aktiviert sich der eigenen Körper."

(Michel Serres, *1930)

 

"Ich hatte viel zu denken gehabt und war vermöge der Bewegung mir selbst ein äußerst angenehmer Mensch geworden."

"Verlieren Sie vor allem nicht die Lust dazu zu gehen: ich laufe mir jeden Tag das tägliche Wohlbefinden an, und entlaufe so jeder Krankheit; ich habe mir meine besten Gedanken angelaufen, und ich kenne keinen Gedanken, der so schwer wäre, dass man ihn nicht beim Gehen los würde."

(Søren Kierkegaard, 1813 - 1855)